Gründung des Tennis-Club am Bingert

Unsere Geschichte
Vom Wunsch nach einem eigenen Tennisplatz zur Tennis-Oase am Bingert.
Aus einer Idee wurde ein Club.
Die Geschichte des TC am Bingert beginnt in einer Zeit, in der Tennisplätze in Wiesbaden knapp waren und die Aufnahme in bestehende Clubs für viele Tennisbegeisterte kaum möglich war. Aus dieser Situation entstand Mitte der 1970er Jahre die Idee, in Sonnenberg einen eigenen Tennisverein aufzubauen.
Einweihung der ersten vier Sandplätze
Sieben Sandplätze und lebendiges Clubleben
Vieles davon entstand durch persönlichen Einsatz, Eigenleistung und die Unterstützung der Stadt Wiesbaden.
Von der ersten Idee zur Tennis-Oase.
Die wichtigsten Stationen der Vereinsgeschichte – mit den Menschen, Entscheidungen und Entwicklungen dahinter.
Tennis spielen war damals alles andere als selbstverständlich.
Als Dr. Johannes Brandrup 1974 mit seiner Familie nach Wiesbaden kam, wollte er vor allem eines: regelmäßig Tennis spielen. Das erwies sich damals als überraschend schwierig. Tennis gehörte in den 1970er Jahren noch zu den eher exklusiven Freizeitaktivitäten. Viele Wiesbadener Clubs hatten Aufnahmestopp oder lange Wartelisten, und die Zahl der verfügbaren Plätze reichte nicht aus.
Die Stadt setzte zu dieser Zeit vor allem auf öffentlich betriebene sogenannte Jedermannplätze. Wer dort spielen wollte, benötigte einen Berechtigungsschein. Nach den Erinnerungen Brandrups musste man sich dafür einmal im Monat bereits vor sechs Uhr morgens anstellen. Für ihn war schnell klar, dass dies keine dauerhafte Lösung für seine Familie und andere Tennisbegeisterte sein konnte.
Brandrup begann deshalb, mit der Stadt Wiesbaden und dem Sportamt über die Gründung eines neuen Tennisclubs in Sonnenberg zu sprechen. Sein Vorhaben traf grundsätzlich auf Interesse, denn auch im Rathaus hatte sich inzwischen die Erkenntnis durchgesetzt, dass das bisherige Angebot an öffentlichen Tennisplätzen nicht ausreichte. Bis aus der Idee ein eigener Verein werden konnte, lag jedoch noch ein langer Weg vor ihm.
Die Suche nach einem geeigneten Gelände.
Der erste Plan sah eine Fläche oberhalb des Sonnenberger Friedhofs vor. Dort war der Grundbesitz aufgrund der historischen Eigentumsverhältnisse stark aufgeteilt. Verhandlungen mit zahlreichen privaten Eigentümern erwiesen sich als sehr aufwendig und letztlich nicht erfolgversprechend. Brandrup erinnerte sich später mit einem Augenzwinkern daran, dass er bei dieser Suche zumindest viele der damals noch bestehenden Bauernhöfe in Alt-Sonnenberg kennenlernte.
Nach ungefähr einem halben Jahr Suche kam im Dezember die entscheidende Nachricht aus dem Wiesbadener Liegenschaftsamt. Dessen damaliger Leiter Hellmut Pock konnte zwei städtische Flächen anbieten: eine im Steinbruch Rambach und eine im Bereich Heidestock 2. Die Wahl fiel auf das Gelände an der Kloppenheimer Steige beziehungsweise Flandernstraße. Der Steinbruch war zwar landschaftlich attraktiv, erschien aber insbesondere am Abend und für Jugendliche wegen der Zufahrt weniger geeignet.
Die Grundlage für die eigene Anlage.
Im Juni 1976 stellte Dr. Brandrup für das rund 11.430 Quadratmeter große Gelände eine Bauvoranfrage. Das Projekt wurde nach der damaligen Vereinschronik unter anderem vom Wiesbadener Oberbürgermeister Rudi Schmitt, vom Vorsitzenden des Sportausschusses Claus Rönsch und von den Fraktionsvorsitzenden im Stadtparlament begleitet. Weil es sich um städtisches Eigentum handelte, mussten Magistrat und Stadtverordnetenversammlung der späteren Verpachtung zustimmen.
Im Januar 1977 wurde die Bauvoranfrage unter bestimmten entwässerungstechnischen Auflagen positiv beschieden. Eine weitere Voraussetzung war die Gründung eines rechtsfähigen Vereins. Nach dessen Gründung konnte die Fläche im August 1977 übergeben werden. Mit der Stadt wurde ein Erbpachtvertrag über 50 Jahre geschlossen. Damit war die wichtigste Grundlage für den Bau einer eigenen Tennisanlage geschaffen.
Der Tennis-Club am Bingert entsteht.
Zur gleichen Zeit suchten auch andere Wiesbadener nach einer Möglichkeit, ihrem Tennissport nachzugehen. Dr. Eike Friedrich, damals neu in Wiesbaden, erfuhr über einen Kollegen an seiner Arbeitsstätte in der Klinik am Bingert von dem geplanten Projekt. Peter Kuhrt aus Sonnenberg hatte ebenfalls vergeblich versucht, in bestehenden Clubs aufgenommen zu werden und wurde von städtischer Seite an Dr. Brandrup verwiesen. Über persönliche Kontakte stieß auch der Apotheker Roland Janka zu der Gruppe.
Im Januar 1977 lud Brandrup die Interessenten zu einem Treffen in sein Haus am Allersberg ein. Dort kamen weitere Mitstreiter hinzu: Joachim Lauterbach, Dr. Hans-Günter Oehlert und Werner Herborn. Außerdem beteiligte sich Dr. Karl-Ludwig Pracht, den die damalige Vereinschronik mit Leitungsfunktionen im Hessischen Tennisverband und im Deutschen Tennisbund beschreibt. Als Wiesbadener Notar konnte er die junge Initiative zudem bei rechtlichen Fragen unterstützen.
Die Gruppe verfügte nun über genügend Gründungsmitglieder, um einen eingetragenen Verein auf den Weg zu bringen. Gemeinsam wurde eine Satzung erarbeitet. Am Faschingsdienstag, dem 22. Februar 1977, wurde schließlich der Tennis-Club am Bingert gegründet – kurz TCaB.
Aufbauarbeit auf vielen Schultern.
Die Vereinschronik nennt neun Menschen, die Zeit, Fachwissen, Kontakte und viel persönliches Engagement in das neue Vereinsprojekt einbrachten.
Plätze, Clubhaus und schnelles Wachstum.
Nach der Gründung ging es unmittelbar um Finanzierung, Mitgliedergewinnung und den Bau einer eigenen sportlichen Heimat.
Ein großer Plan mit kleinem Budget.
Nach der Vereinsgründung begann die konkrete Planung der Anlage. Zunächst wurden die Unterlagen für vier Sandplätze vorbereitet und Angebote eingeholt. Für diese vier Plätze wurden Kosten von rund 200.000 DM veranschlagt. Ein einfaches Clubhaus sollte weitere rund 160.000 DM kosten.
Dem stand zu Beginn nur ein sehr begrenztes Vereinsbudget gegenüber. Die Aufnahmegebühren und Jahresbeiträge von zunächst etwa 40 Mitgliedern brachten zusammen rund 41.000 DM ein. Nach Abzug der laufenden Kosten für die Platzpflege wären nach damaliger Rechnung nur ungefähr 20.000 DM pro Jahr für die weitere Finanzierung geblieben. Deshalb entschied man sich, zuerst die vier Tennisplätze zu bauen und mit dem Clubhaus zu warten, bis eine größere Mitgliederbasis die Finanzierung sicherer machen würde.
Im Oktober 1977 startete der junge Verein eine gezielte Mitgliederwerbung. Zeitungsanzeigen, Hinweise in lokalen Geschäften und Aushänge an Laternenmasten machten auf den neuen Tennisclub in Sonnenberg aufmerksam. Schon zwei Monate später verzeichnete der Verein 45 männliche Mitglieder, 40 weibliche Mitglieder und 26 Jugendliche. Bis zum Ende des Jahres 1977 war die Mitgliederzahl auf insgesamt 152 angewachsen – obwohl zu diesem Zeitpunkt noch kein einziger eigener Tennisplatz fertiggestellt war.
Neun Wochen bis zur eigenen sportlichen Heimat.
Vor Baubeginn kam es noch zu Verzögerungen, weil den zuständigen Behörden keine gültigen Lagepläne vorlagen. Anfang 1978 konnte der Bauantrag schließlich eingereicht werden. Am 8. Mai 1978 begannen die Arbeiten für die ersten vier Sandplätze.
Nur neun Wochen später, am 15. Juli 1978, wurden die vier neuen Plätze offiziell eingeweiht. An der Einweihung nahmen unter anderem der damalige Oberbürgermeister Rudi Schmitt, der Leiter des Sportamtes Emil Haas und Hellmut Pock als Leiter des Liegenschaftsamtes teil. Damit verfügte der TCaB erstmals über eine eigene sportliche Heimat.
Vom Bauwagen zum eigenen Clubhaus.
Bereits 1978 begannen die Planungen für ein richtiges Clubhaus. Bis dahin mussten ein Bauwagen als Umkleidemöglichkeit und ein einfaches Toilettenhäuschen genügen. Mit wachsender Mitgliederzahl wurde schnell deutlich, dass diese provisorische Lösung nicht dauerhaft bestehen konnte.
Im Juli 1979 wurde die Baugenehmigung für das Vereinshaus erteilt. Zu einem vereinbarten Festpreis von rund 160.000 DM entstand das neue Clubhaus, das im November 1980 eingeweiht wurde. Im selben Jahr wurden wegen der weiter steigenden Mitgliederzahl zwei zusätzliche Sandplätze gebaut. Für diese Erweiterung werden in der Chronik Kosten von etwa 80.000 DM genannt.
Der Club wird zum sozialen Treffpunkt.
Die Resonanz auf den neuen Tennisclub war so groß, dass der Vorstand bald wieder mit einem Problem konfrontiert wurde, das die Gründer selbst erst wenige Jahre zuvor erlebt hatten: Es gingen mehr Aufnahmeanträge ein, als der Verein bewältigen konnte. Ein Teil der Anfragen musste abgelehnt werden. Gerade für die Gründungsmitglieder war dies bitter, weil die schwierige Mitgliedersuche in anderen Wiesbadener Clubs einer der Auslöser für die eigene Vereinsgründung gewesen war.
Dennoch war in sehr kurzer Zeit ein funktionierender Spielbetrieb entstanden. Die Vereinschronik hebt dabei ausdrücklich die Unterstützung der Stadt Wiesbaden hervor. Zuschüsse sowie die Zusammenarbeit mit Sportamt und Liegenschaftsamt leisteten einen wichtigen Beitrag dazu, dass das Projekt umgesetzt werden konnte.
In den folgenden Jahren gestalteten die Mitglieder ihre Anlage mit großem persönlichem Einsatz weiter. Viele Arbeiten wurden in Eigenleistung erledigt, und aus den zunächst zweckmäßigen Sportflächen entwickelte sich Schritt für Schritt die grüne Tennisanlage, die den Club bis heute prägt.
Dieses Engagement fand auch außerhalb des Vereins Beachtung. In den 1980er Jahren berichtete der Wiesbadener Kurier über den TCaB als den „schönsten Tennisclub in Wiesbaden“. Für die Mitglieder selbst war die Entwicklung der Anlage jedoch nur ein Teil der Geschichte. Gleichzeitig entstanden zahlreiche Freundschaften und ein aktives gesellschaftliches Leben.
Feste, regelmäßige Freitagstreffen, gemeinsame Wanderungen und natürlich der sportliche Wettbewerb um Punkte, Spiele und Sätze machten den Verein zu einem sozialen Treffpunkt. Viele der damals entstandenen Verbindungen hielten über Jahrzehnte. Dr. Johannes Brandrup war überzeugt, dass dieser Gemeinschaftsgedanke auch in Zukunft die besondere Stärke des Clubs bleiben würde.

Sieben Sandplätze. Gartenflächen. Clubterrasse. Gemeinschaft.
Was Mitte der 1970er Jahre mit dem Wunsch einiger Wiesbadener Familien nach einer verlässlichen Spielmöglichkeit begann, wurde zu einem dauerhaft etablierten Tennisverein in Sonnenberg. Aus den ersten vier Sandplätzen, dem späteren Clubhaus und den Erweiterungen entwickelte sich die heutige Anlage des TC am Bingert mit sieben Sandplätzen, Gartenflächen, Clubterrasse und einem lebendigen Vereinsleben.
Die Geschichte des TCaB ist deshalb nicht nur eine Bau- und Vereinsgeschichte. Sie erzählt vor allem davon, was entstehen kann, wenn Menschen eine gemeinsame Idee mit Ausdauer, persönlichem Engagement und Gemeinschaftssinn verfolgen.
Clubanlage heuteVorstand, Clubanlage und Vereinsleben führen die Geschichte des TCaB heute weiter.